Ich sitze manchmal abends da, schaue meine Kinder an – und denke: Was gebe ich ihnen wirklich mit? Nicht die Ratschläge. Nicht die Ermahnungen. Nicht die Werte die man predigt, wenn man müde ist und eigentlich keine Kraft mehr hat.
Sondern das, was ich ihnen zeige. Wie ich mit Geld umgehe. Wie ich mit Zeit umgehe. Ob ich Entscheidungen treffe, die über den nächsten Monat hinausdenken.
Irgendwann habe ich aufgehört, nur darüber nachzudenken – und angefangen zu handeln. Ich habe für meine Kinder Depots eröffnet. Kleine, automatisierte Sparpläne eingerichtet. Dividendenaktien ausgewählt, die seit Jahrzehnten verlässlich zahlen. ETFs gekauft, die in tausende Unternehmen weltweit investieren. Und dann – das Schönste daran – nichts mehr getan. Einfach laufen lassen.
In diesem Artikel zeige ich dir genau, was ich tue. Welche Aktien und ETFs ich für meine Kinder bespare, warum ich sie ausgewählt habe und was dabei rauskommt – wenn man früh genug anfängt und geduldig bleibt.
Wichtiger Hinweis vorab: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Ich teile meine persönlichen Entscheidungen und Überlegungen – keine Empfehlungen zum Kauf. Jeder muss seine eigene Entscheidung treffen, gerne auch mit professioneller Unterstützung.
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Warum ein Sparbuch keine Antwort ist – und was stattdessen wirklich funktioniert
Viele Eltern legen Geld für ihre Kinder auf ein Sparbuch. Der Impuls dahinter ist gut – Sicherheit, Fürsorge, Zukunftsdenken. Aber die Realität ist ernüchternd. Ein Sparbuch mit 0,5 oder 1 Prozent Zinsen verliert nach Inflation real an Wert. Aus 10.000 Euro werden nach achtzehn Jahren keine 15.000 – es bleiben effektiv vielleicht 9.000 Euro übrig, weil die Kaufkraft gesunken ist.
Die Lösung ist kein Geheimnis. Sie ist Mathematik. Und sie hat einen Namen: Zinseszinseffekt kombiniert mit breit gestreutem Aktieninvestment.
Wer monatlich 50 Euro in einen global diversifizierten ETF investiert und dabei eine historisch belegte Rendite von 7 bis 8 Prozent jährlich annimmt, verwandelt diese 50 Euro monatlich in rund 26.000 Euro nach 18 Jahren. Aus 10.800 Euro Einzahlung werden über zwei Jahrzehnte ein ernsthaftes Startkapital ins Leben. Kein Schneeballsystem. Keine Spekulation. Nur Geduld und Konsequenz.
Und das Beste: Man muss nach dem Einrichten praktisch nichts mehr tun. Der Sparplan läuft. Das Geld arbeitet. Monat für Monat. Während man schläft, arbeitet, reist oder Zeit mit den Kindern verbringt.
Das Kinderdepot – was es ist, was es bringt und warum Trade Republic
Ein Kinderdepot – auch Juniordepot genannt – ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes. Das Kind ist der rechtliche Eigentümer. Die Eltern verwalten es bis zur Volljährigkeit.
Was mich daran besonders fasziniert ist der steuerliche Aspekt. Wenn das Depot auf den Namen des Kindes eröffnet wird, profitiert der Nachwuchs von eigenen Freibeträgen. Der Grundfreibetrag stieg zum 1. Januar 2026 auf 12.348 Euro. Dazu kommen 1.000 Euro Sparerpauschbetrag und 36 Euro Sonderausgabenpauschale – in Summe können also Erträge von bis zu 13.384 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmt werden. Der eigene Sparerpauschbetrag der Eltern bleibt davon unberührt.
Für mein Kinderdepot nutze ich Trade Republic. Nicht weil ich muss – sondern weil es für meine Zwecke perfekt passt. Sparpläne laufen vollautomatisch. Die Kosten sind minimal. Die Oberfläche ist so einfach, dass man keine Vorkenntnisse braucht. Und ich kann für meine Kinder echte Aktien und ETFs kaufen – keine Versicherungsprodukte, keine Fondspakete mit versteckten Gebühren, keine komplizierten Konstrukte.
Kinderdepot bei Trade Republic eröffnen – einfach, günstig, automatisiert. Genau dort, wo ich meine eigenen Kindersparpläne laufen habe.
Die Basis: Ein weltweiter ETF als Fundament
Bevor ich zu den Dividendenaktien komme, möchte ich über das Fundament sprechen. Und das Fundament eines jeden Kinderdepots sollte meiner Überzeugung nach ein breit gestreuter weltweiter ETF sein.
Warum? Weil er das Wichtigste bietet, was eine langfristige Anlage braucht: Streuung, niedrige Kosten und automatisches Wachstum.
Ich bespare für meine Kinder den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (thesaurierend). Er investiert in über 4.000 Unternehmen aus mehr als 50 Ländern, deckt entwickelte Märkte und Schwellenländer automatisch ab und kostet nur 0,22 Prozent Gebühren pro Jahr. Einmal einrichten, Sparplan starten, laufen lassen. Kein Rebalancing. Keine Entscheidungen. Keine Nervosität bei Marktschwankungen.
Alternativ wäre der iShares Core MSCI World ETF eine starke Option. Er vereint über 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern, kostet nur 0,20 Prozent TER und brachte historisch 8 bis 12 Prozent Rendite pro Jahr.
Ich wähle die thesaurierende Variante – also einen ETF, der Dividenden nicht ausschüttet, sondern automatisch reinvestiert. Warum? Weil der Zinseszinseffekt so maximal wirkt. Jede Dividende die reinvestiert wird, kauft neue Anteile die wiederum Dividenden erzeugen. Ein stiller, unaufhaltsamer Kreislauf des Wachstums.
Ich werde nicht reich, indem ich schlau bin. Ich werde es, indem ich früh anfange und nicht aufhöre. Das gilt für mich – und noch viel mehr für meine Kinder.
Die Dividendenaktien im Kinderdepot – warum ich auf Aristokraten setze
Neben dem ETF bespare ich für meine Kinder gezielt einzelne Dividendenaktien. Nicht viele. Nicht kompliziert. Aber ausgewählt nach einem klaren Kriterium: Diese Unternehmen existieren seit Jahrzehnten, zahlen seit Jahrzehnten steigende Dividenden und verkaufen Produkte, die die Welt jeden Tag braucht.
Ich nenne sie Dividenden-Aristokraten. Das sind Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben. Kein Zufall – das ist Unternehmensqualität die sich über Generationen bewiesen hat.
Wenn meine Kinder diese Aktien in achtzehn Jahren erben – oder besser gesagt, wenn sie mit achtzehn Jahren auf ihr Depot zugreifen – dann besitzen sie Anteile an Unternehmen, die wahrscheinlich noch weitere zwanzig Jahre solide Dividenden zahlen werden. Das ist kein abstraktes Versprechen. Das ist die historische Realität dieser Unternehmen.
Hier sind die Aktien, die ich konkret bespare – und warum:
Procter & Gamble – 70 Jahre steigende Dividende für meine Kinder
Ariel, Pampers, Oral-B, Gillette, Head & Shoulders – P&G ist in nahezu jedem Haushalt weltweit vertreten. Und das seit über einem Jahrhundert.
P&G hat seine Dividende für 70 aufeinanderfolgende Jahre erhöht und zahlt seit 136 Jahren ununterbrochen Dividende. Wenn meine Kinder mit achtzehn Jahren auf ihr Depot schauen, werden diese Aktien sehr wahrscheinlich noch mehr wert sein als heute – und mehr Dividende zahlen als heute.
Aktuelle Dividendenrendite: rund 2,91 Prozent bei einer Jahresdividende von 4,23 Dollar. Nicht die höchste Zahl auf meiner Liste – aber eine der verlässlichsten Dividendenhistorien der gesamten Börsengeschichte. Für ein Kinderdepot genau das Richtige: langweilig, solide, unaufhaltsam.
PepsiCo – Snacks, Getränke und 54 Jahre Dividendenerhöhungen
Lay’s, Doritos, Gatorade, Tropicana, Pepsi. PepsiCo ist überall. Und es zahlt seit 54 Jahren ununterbrochen mehr Dividende als im Vorjahr.
Ich kaufe PepsiCo für meine Kinder, weil ich glaube, dass die Welt auch in zwanzig Jahren noch Chips essen und Cola trinken wird. Das klingt simpel. Aber genau diese Simplizität macht das Geschäftsmodell so wertvoll. Kein Technologierisiko. Kein Regulierungsrisiko. Nur Produkte, die Menschen täglich kaufen – ohne darüber nachzudenken.
Aktuelle Dividendenrendite: rund 3,62 Prozent bei einer Jahresdividende von 5,69 Dollar.
Johnson & Johnson – Gesundheit für Generationen
Johnson & Johnson hat im April 2026 seine Dividende zum 64. Mal in Folge erhöht – um 3,1 Prozent auf 1,34 Dollar pro Quartal. Das bedeutet: Als meine Eltern jung waren, hat J&J schon steigende Dividenden gezahlt. Als ich geboren wurde, hat J&J steigende Dividenden gezahlt. Und wenn meine Kinder erwachsen sind, wird J&J sehr wahrscheinlich immer noch steigende Dividenden zahlen.
Das ist keine Spekulation. Das ist die beobachtbare Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmens. Pharma, Medizintechnik, eine alternde Weltbevölkerung als struktureller Rückenwind. Aktuelle Dividendenrendite: rund 2,32 Prozent.
Kimberly-Clark – über 5 Prozent Rendite, Klopapier als Investment
Kleenex, Huggies, Scott – Kimberly-Clark verkauft Dinge die jeder braucht und die täglich gekauft werden. Die Nachfrage ist nahezu unelastisch. In Rezessionen, in Boomphasen, in jeder wirtschaftlichen Situation.
Was mich bei Kimberly-Clark aktuell besonders interessiert: Durch eine schwächere Kursentwicklung bietet die Aktie derzeit eine Dividendenrendite von über 5 Prozent bei einer Jahresdividende von 5,12 Dollar. Das ist für ein Unternehmen mit dieser Qualitätsgeschichte außergewöhnlich attraktiv. Die nächste Ex-Dividende ist am 5. Juni 2026.
Für das Kinderdepot bedeutet das: hohe laufende Ausschüttungen die reinvestiert werden können – und ein Unternehmen, das auch in zwanzig Jahren noch Klopapier verkaufen wird.
McCormick – weil Gewürze jeder braucht, immer
Der Weltmarktführer für Gewürze und Aromen. Wer kocht, hat McCormick in irgendeiner Form in der Küche – auch wenn der Name auf der Verpackung ein anderer ist. Globale Präsenz, starke Marktposition, überschaubare Verschuldung.
McCormick hat eine Dividendenrendite von rund 3,57 Prozent. Und gerade ist etwas Spannendes passiert: McCormick und Unilever haben einen 65-Milliarden-Dollar-Deal angekündigt. Das macht das Unternehmen für mich noch interessanter zu beobachten – für das Kinderdepot habe ich die Position bereits aufgebaut und warte die weitere Entwicklung ab.
Wenn dich das Thema Kinderdepot, Dividendenaktien und finanzielle Bildung für die Familie weiter interessiert – im Blog auf ReichanZeit.de findest du Dutzende weitere ehrliche Artikel zu Dividenden, Vermögensaufbau und passivem Einkommen.
Was aus 50 Euro monatlich wirklich wird – die ehrliche Rechnung
Ich möchte dir zeigen, was die Zahlen konkret bedeuten. Nicht als Versprechen – sondern als Orientierung auf Basis historischer Daten.
Szenario 1: 50 Euro monatlich ab Geburt, 18 Jahre, 7 Prozent Rendite
Eingezahlt: 10.800 Euro
Ergebnis: rund 20.000 bis 25.000 Euro
Szenario 2: 100 Euro monatlich ab Geburt, 18 Jahre, 7 Prozent Rendite
Eingezahlt: 21.600 Euro
Ergebnis: rund 40.000 bis 45.000 Euro
Szenario 3: 50 Euro monatlich ab Geburt + 200 Euro jährliche Einmalzahlung (Geburtstag, Weihnachten), 18 Jahre, 7 Prozent Rendite
Ergebnis: über 30.000 Euro
Das sind keine utopischen Zahlen. Das sind realistische Szenarien auf Basis historischer Aktienmarktrenditen. Der MSCI World hat von Anfang 2021 bis Ende 2025 eine Rendite von 13,34 Prozent pro Jahr gebracht. Auch über längere Zeiträume und konservativere Schätzungen mit 7 bis 8 Prozent bleibt das Ergebnis beeindruckend.
Und das Schönste: Nach dem Einrichten des Sparplans muss man nichts mehr tun. Kein aktives Management. Kein tägliches Beobachten. Keine Entscheidungen unter Druck. Einmal einrichten, einmal entspannen, achtzehn Jahre wachsen lassen.
Mein konkretes Setup im Kinderdepot – wie es bei mir aussieht
Ich möchte transparent sein, wie ich es tatsächlich mache – damit du dir ein klares Bild machen kannst.
Depot: Trade Republic auf den Namen der Kinder. Einfach zu eröffnen, keine monatlichen Grundgebühren, Sparpläne kostenlos ausführbar.
Sparplan-Aufteilung: Den größten Teil bespare ich im thesaurierenden Vanguard FTSE All-World ETF. Das ist das Fundament. Breit gestreut, günstig, automatisch wachsend. Dazu kommen kleinere monatliche Positionen in ausgewählte Dividendenaristokraten – P&G, PepsiCo, J&J, Kimberly-Clark, McCormick.
Ausführungstermin: Kurz nach dem 1. des Monats – automatisch, ohne dass ich etwas tun muss.
Freistellungsauftrag: Eingerichtet für jedes Kind in voller Höhe – 1.000 Euro Sparerpauschbetrag werden genutzt.
Was ich nicht mache: Ich schaue nicht täglich ins Depot. Ich reagiere nicht auf Marktschwankungen. Ich ändere den Sparplan nicht, wenn die Kurse fallen. Im Gegenteil – fallende Kurse bedeuten, dass der monatliche Betrag mehr Anteile kauft. Das ist kein Problem – das ist eine Chance.
Was ich meinen Kindern damit wirklich gebe
Es geht mir nicht ums Geld allein. Es geht um das, was dieses Depot meinen Kindern zeigt.
Es zeigt: Dein Vater hat frühzeitig an dich gedacht. Er hat Entscheidungen getroffen die über den nächsten Monat hinausgehen. Er hat verstanden, dass Zeit das wertvollste Gut ist – und hat es für dich genutzt, als du noch nicht selbst entscheiden konntest.
Und es zeigt etwas, das kein Schulfach lehrt: Geld kann für dich arbeiten. Du musst nicht immer für Geld arbeiten. Diese Erkenntnis – wenn sie früh genug ankommt – verändert die gesamte Beziehung eines Menschen zu Geld und Zeit.
Wenn meine Kinder mit achtzehn Jahren auf ihr Depot schauen und verstehen, was dort in den letzten achtzehn Jahren passiert ist – dann ist das vielleicht das wertvollste Geschenk, das ich ihnen machen kann. Nicht das Geld selbst. Sondern das Wissen dahinter. Das Vertrauen in die Kraft von Geduld und Konsequenz.
Praktische Tipps für den Start – für alle Eltern die heute beginnen wollen
Fang jetzt an – nicht wenn es perfekt ist. Der beste Zeitpunkt ist die Geburt. Der zweitbeste ist heute. Jeder Monat den man wartet, ist ein Monat weniger Zinseszins.
Fang klein an – aber fang an. 25 Euro im Monat sind besser als 0 Euro im Monat. Der Betrag lässt sich jederzeit erhöhen. Die verpasste Zeit nicht.
Halte es einfach. Ein guter weltweiter ETF reicht völlig aus. Kein kompliziertes Portfolio. Keine täglich wechselnden Entscheidungen. Einfachheit ist der größte Vorteil langfristiger Anleger.
Nutze die Steuervorteile. Depot auf den Namen des Kindes eröffnen. Freistellungsauftrag einrichten. Die bis zu 13.384 Euro steuerfreier Erträge pro Jahr im Kinderdepot sind ein echter Vorteil gegenüber dem Sparen im eigenen Depot.
Erkläre deinen Kindern, was passiert. Nicht mit komplizierten Begriffen. Sondern mit dem einfachen Satz: „Wir legen jeden Monat etwas für dich zur Seite. Das Geld arbeitet für dich. Jeden Tag. Auch wenn wir schlafen.“
Ehrlicher Schluss – was dieses Depot wirklich bedeutet
Ich habe keine perfekte Kindheit gehabt was finanzielle Bildung angeht. Niemand hat mir erklärt, was Aktien sind. Was Dividenden sind. Was Zinseszins bedeutet. Ich habe das selbst lernen müssen – spät, mühsam, mit Fehlern.
Meine Kinder werden das nicht so lernen müssen. Nicht weil ich alles richtig mache – sondern weil ich anfange, die richtigen Fragen zu stellen. Und weil ich handle, statt nur zu denken.
Ein Kinderdepot ist keine Geldanlage. Es ist eine Aussage. Die Aussage: Ich denke an dich. Ich handle für dich. Und ich zeige dir, dass Freiheit kein Zufall ist – sondern das Ergebnis von Entscheidungen, die früh genug getroffen werden.
Fang heute an. Mit dem was du hast. Für die die du liebst.
Kinderdepot bei Trade Republic eröffnen – einfach, günstig, vollautomatisiert. Genau dort habe ich meine eigenen Kindersparpläne eingerichtet. In wenigen Minuten startklar.












